Mein Weg: zwischen Finanzportalen, ERP-Systemen und Cloud Projekten
1.
Okt
2013
Die Zeit bei Finanzen.net
Karriere-Kickoff mit Überraschungspotenzial? Definitiv.
Direkt nach meinem wirtschaftswissenschaftlichen Studium mit dem Schwerpunkt Interkulturelles Management und Kommunikation führte mich mein Weg zu Finanzen.net, einem Unternehmen der Axel Springer Gruppe. Ohne lange Einarbeitungsphase übernahm ich dort die Verantwortung für das Produktmanagement eines russischen Finanzportals. Die Ansage damals: „Du machst jetzt Produktmanagement für Russland.“ Meine Antwort: „Klar – warum nicht?“
Und zack, war ich mittendrin – zwischen Technik, Werbung, Partnern mit starkem Durchsetzungswillen und Meetings, bei denen man nie genau wusste, ob man gerade verhandelt oder sich nur höflich unterhält.
In einem Jahr lernte ich mehr über interkulturelle Kommunikation, diplomatisches Konfliktmanagement und technische Spezifikationen als manch andere in fünf. Und es lief. Bald trug ich Verantwortung für Finanzen.at, Finanzen.ch und später boerse-online.de und börse-frankfurt.de. Es war abwechslungsreich, fordernd und ich hatte richtig Spaß daran. Aber nach fünf Jahren dachte ich: „Ich kann das. Jetzt will ich wissen, was ich noch kann.“

1.
JUL
2019
Die Wilde Welt der
ERP-Systeme
Also der Sprung ins kalte Wasser: Industrie, ERP, Consulting und ISB.
Plötzlich war ich in einer ganz anderen Welt: weniger Frontend, mehr Backend. Weniger Werbung, mehr Geschäftsprozesse.
Meine neue Sprache? User Stories, Datenmodelle und SQL. Ich lernte, wie ein ERP-System tickt, wie man Prozesse wie Auftrag, Bestellung, Rechnung sauber aufschlüsselt – und wie wichtig Stammdatenpflege wirklich ist.
Die Lernkurve war steil. Die Komplexität hoch. Ich liebte es.
Dann kam Corona und mit ihr mein dreijähriges Tochter-Homeoffice-Kombipaket. Es war alles, nur nicht einfach. Aber ich habe nicht aufgegeben. Ich habe weitergemacht, gelernt, geschrieben, erklärt, getestet. Jedoch nach der internen Umstrukturierung fühlte ich mich im neuen Team nicht mehr wohl. Nach 1.5 Jahre bei ISB entschied ich mich zu gehen – und das war genau richtig.
Während meiner beruflichen Pause habe ich mich im Bereich Product Ownership weitergebildet und zwei Scrum-Zertifikate erworben (PSPO I und PSM I).

1.
Mai
2021
Und dann kam enomic
Bei enomic ging’s für mich nochmal richtig zur Sache. Zunächst zwei Projekte. Dann vier. Dann sechs. Von Cloud-Migrationen (AWS) über Shared Hosting bis hin zu neuen Webanwendungen. Ich baute Wissen in Architektur, Prozess- und Datenmodellierung weiter aus und übernahm die Verantwortung für mehrere Anwendungen, die ich gemeinsam mit den Teams weiterentwickle.
Gemeinsam mit der Geschäftsführung und dem Kunden habe ich Product Vision Boards entwickelt, Story Mappings gemacht und mit dem Kano-Modell Prioritäten sortiert, bis klar war, was wirklich zählt. Mit den Kunden saß ich regelmäßig in Workshops und Interviews. Am Ende entstanden nicht nur Prototypen und BPMN-Diagramme, sondern auch ein echtes gemeinsames Verständnis.
Ein Aha-Moment bei einem Projekt: durch eine veränderte Herangehensweise konnte ich mit meinem Team langfristig technische Schulden um 70 Prozent reduzieren.

Das System wurde wieder wartbar, das Team entlastet. Die Zusammenarbeit mit dem Kunden wurde deutlich einfacher, Prozesse klarer – und der Umsatz stieg auch durch weitere Beauftragungen um 25 Prozent. Neben der fachlichen und methodischen Verantwortung habe ich auch die Budgetplanung sowie das Risikomanagement in den Projekten übernommen. Von der Aufwandsschätzung bis zur Eskalation – ich habe dafür gesorgt, dass die Projekte auf Kurs bleiben.
Was mir dabei besonders wichtig war? Der Kundennutzen und die laufenden Feedbacks. Das Team und regelmäßige Retrospektiven, ehrlicher Austausch und das Gefühl: Wenn alle mitreden dürfen, läuft es einfach besser.
Heute stehe ich da, wo ich gerne bin: mit Erfahrung, Überblick und einem vollen Werkzeugkasten. Aber, und das ist typisch ich. Ich spüre auch, dass es bequem wird. Und bequem ist nett, aber Wachstum passiert woanders. Ich will nämlich weiter wachsen.
Also: Ich bin bereit. Für Neues. Für mehr. Für die nächste Herausforderung, bei der ich wieder sagen kann: „Klingt spannend – das probier ich aus.“